Bei der Trainer-ASSI 2016 bildete der Turngau München Teilnehmer aus 27 Vereinen aus

In diesem Jahr waren es mit 66 Teilnehmern zwar etwas weniger wie in den letzten Jahren, aber es war eine der besten Gruppen überhaupt.
Wer so weite Wege zurücklegt um zu uns zu kommen, mag schon seine guten Gründe haben – einer davon ist sicher die seit Jahren hohe Qualität der Referenten, denen mein besonderer Dank gilt.
Wie gewohnt begann der Lehrgang mit einem Erste Hilfe Teil für die Praxis. Egal ob Herz-Druck-Massage, stabile Seitenlage oder Verbände für die verschiedensten Körperteile – die Gruppe hatte Spaß und Tipps für den Trainingsalltag in einem. Den Teil Sucht und Konsum beschrieb eine Teilnehmerin treffend mit der Aussage „Jetzt weiß ich, dass Sucht weit mehr als nur die körperliche Abhängigkeit von illegalen Drogen ist“. Wer hätte bei Handy, Computer, Medikamente etc. schon an Sucht und Konsum gedacht? Nachher ging es dann über zum turnerischen Teil mit Jugendturnen und TGM/TGW/KGW wo neben den körperlichen Künsten vor allem Kreativität beim Zusammenstellen von Übungen gefragt war. Am Minitrampolin konnten die Teilnehmer nicht nur die Ausführung der Elemente Salto und Co. verbessern, sondern erhielten vor allem die Möglichkeit die gelernten Hilfestellungen selbst auszuprobieren. Den Teilnehmern wurde dabei schnell klar, welche Reaktionsschnelle eine gute Hilfestellung erfordert. Mit Aerobic endete dann der Tag und niemand konnte sich zum Schluss über Bewegungsmangel beklagen. Was die Bezeichnung High Impact bedeutet, konnten die Teilnehmer an der eigenen Herzfrequenz schnell erkennen. Nach den Theoriestunden mit Verbandsstruktur und Rechtsfragen wurde dann übergeleitet zur „Lösung“ der Lehraufgabe. Dabei wurde auch schon an manchem Arm rumgetastet, um die Lage der Muskeln zu erkunden. Es zeigte sich so mancher Aha-Effekt, dass Übungen aus „Fitt wie ein Turnschuh“ ihre fachliche Berechtigung haben und sich die „Macher“ der Übungen einiges ausgedacht hatten.
Nun kam das Kernstück vieler Trainingseinheiten mit Gerätturnen mit Rolle, Handstand und Salto. Vor allem die ersten erlernten Handgriffe der richtigen Hilfestellung konnten an Boden, Balken, Reck, Sprung und Barren erweitert und gefestigt werden. Dies umso mehr, als die Referenten jedem einzelnen sehr genau auf die Finger schauten, wie er die ihm gestellte Aufgabe meisterte.
 

Das zweite Wochenende begann mit den Grundformen der Bewegung. Dabei bekamen die Teilnehmer erst einmal mit wie unsere Bewegungen eingeteilt sind und wie vielfältig und wichtig das „Kennen“ des eigenen Körpers mit all seinen Muskelgruppen und Bewegungsmöglichkeiten ist. Hier wurde auch klar, dass Begriffe wie Pferdchensprung und Hopserlauf keine zufälligen Bezeichnungen waren, sondern Ableitungen der jeweiligen Bewegungsgrundformen. Mit Kindertänzen-, spiele und -turnen, bei dem vor allem älterer Jahrgang nur zu gerne selbst wieder zum Kind wurde, fesselte Uschi die Gruppe die nicht nur Spaß hatte, sondern auch eine Menge an Wissen mitnehmen konnte. 
Den Abschluss bildete Rope Skipping, der gerade am Ende des langen Tages mit Doppel- und Dreifachsprüngen den Teilnehmern noch einiges abverlangte. Dann kam der letzte Tag, dem viele wegen der anstehenden Prüfung mit gemischten Gefühlen entgegensahen. Es zeigte sich aber schnell, dass die Fragen zwar zahlreich, aber durchaus lösbar waren. So bestanden natürlich auch alle die Prüfung und konnten seelisch gelockert den Rest des Tages angehen.
Neben richtigem Aufwärmen und Dehnen konnten zu Beginn des letzten Tages die Teilnehmer Einblicke in vorbereitendes Krafttraining nehmen. Das darauf folgende Abenteuerturnen machte dann aber, ebenso wie die New Games, wesentlich mehr Spaß. Den Abschluss bildete der „Brückenmann“, der allen nochmals die Möglichkeit gab, so richtig die Sau rauszulassen. Dennoch gab es am Schluss bei der Ausweisverteilung nur strahlende Gesichter, was angesichts der Leistung der letzten vier Tage auch verständlich war. Ich danke nochmals allen Referenten und Helfern, ohne deren Engagement und Wissen eine derart hochwertige Ausbildung nicht möglich gewesen wäre.

Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen, dass es auch in diesem Jahr wieder eine „saumäßig“ gute Gruppe war. Ich wünsche euch alles Gute für eure jetzige Arbeit mit euren Gruppen und freue mich bereits auf diejenigen, die nächstes Jahr kommen und diejenigen, die ich vielleicht bereits beim TuJu-4-Kampf im Juni oder im November bei den „Neufahrner Äktschn Tagen“ sehen werde.

Herbert Mim
Turngau München

30.04.2016