…. „Mit 66 Jahren da fängt das Leben an“,

so einfach ist es leider nicht. Bis die 66 erreicht sind, ist psychisch und physisch bei jedem Einzelnen viel geschehen. Hinter denjenigen, die dieses Alter erreicht haben, liegt ein langer, individueller und prägender Lebenszeitraum. So trifft man in diesem Alter sowohl auf positiv denkende, aktive Senioren oder auf Menschen, die sich verbraucht und unnütz fühlen.

Wer ist alt?

Die Klärung der Frage hängt vom Blickwinkel des Betrachters und von den Kriterien ab, die angelegt werden.

  • Sehr junge Menschen betrachten bereits einen 35 Jährigen schon als alt und viele Arbeitgeber schieben einen 50 jährigen Arbeitnehmer gern zum „alten Eisen“. Im Selbstbild älterer Menschen sind immer nur die anderen alt, niemals die Befragten selbst.
  • Nach der kalendarischen Sichtweise wird in den meisten Fällen 55-60 als Altersbeginn angegeben. Die Altersgruppen werden z.B. in „alternde Menschen“, „junge Rentner“, „alte Senioren“ und schließlich die „Hochbetagten“ unterteilt. Aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung sind die Frauen ab einer gewissen Altersstufe dann in der Überzahl.
  • Aus sozialpädagogischer Sicht ist der Zeitpunkt des Renteneintritts bzw. der Pensionierung der Altersbeginn. Damit gehen viele Veränderungen im Alltag einher. Der tägliche Weg zur Arbeit um dort sein Geld zu verdienen, entfällt. Für viele Menschen ist nun viel Freizeit vorhanden und der Lebensalltag muss neu strukturiert werden. Dabei sind die Sicht- und Herangehensweisen von Frauen und Männern teilweise sehr verschieden.
  • Die individuell-biologische Perspektive beurteilt den Begriff Alter nach der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit sowie dem Beschwerde- und Gesundheitsstatus.
  • Entwicklungsbiologisch betrachtet kann das Alter unter dem Aspekt von Gewinn und Verlust gesehen werden. Den altersbedingten Abbauvorgängen stehen vielfältige Alterspotentiale gegenüber.
  • Aus der Vielfalt der möglichen Lebensstile können wir einen aktiven gesundheitsorientierten Lebensstil abgrenzen, von einem Lebensstil, der von Inaktivität und Risikofaktoren dominiert wird.

Diese Überlegungen zeigen die Unterschiedlichkeit und Vielschichtigkeit des Alterns deutlich auf. Ein gesundheitsorientiertes altersgerechtes Training stellt im Alter eine positive Entwicklungschance dar, welche in starkem Maße vom individuellen Lebensstil und biologischen Faktoren bestimmt ist. 

Ulla Dietzel
Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit
Landesfachausschuss Sport für Ältere /S-Klasse
Bayerischer Turnverband e.V.

20.06.2016