In diesem Jahr waren es 103 Teilnehmern aus 30 Vereinen die den Weg aus den Turnbezirken Oberbayern, Niederbayern und Mittelfranken zu uns fanden, um sich qualifiziert ausbilden zu lassen.
Wer so weite Wege zurücklegt um zu uns zu kommen, mag schon seine guten Gründe haben – einer davon ist sicher die seit Jahren hohe Qualität der Referenten, denen mein besonderer Dank gilt.

Der erste Tag begann nach den Anmeldeformalitäten mit den Experten des BRK Eching, die mit einem Erste Hilfe Teil für die Praxis begannen. Egal ob Herz-Druck-Massage, stabile Seitenlage oder Verbände für die verschiedensten Körperteile – die Gruppe hatte Spaß und bekam Tipps für den Trainingsalltag in einem.
Den Teil Sucht und Konsum beschrieb eine Teilnehmerin treffend mit der Aussage „Jetzt weiß ich, dass Sucht weit mehr als nur die körperliche Abhängigkeit von illegalen Drogen ist“. Wer hätte bei Handy, Computer, Medikamente etc. schon an Sucht und Konsum gedacht?
Dann kamen die Grundformen der Bewegung und Funktionelle Gymnastik. Alles nur Theorie? Nein, denn dabei bekamen die Teilnehmer erst einmal mit wie unsere Bewegungen eingeteilt sind und wie vielfältig und wichtig das „Kennen“ des eigenen Körpers mit all seinen Muskelgruppen und Bewegungsmöglichkeiten ist. Hier wurde auch klar, dass Begriffe wie Pferdchensprung und Hopserlauf keine zufälligen Bezeichnungen waren, sondern Ableitungen der jeweiligen Bewegungsgrundformen.
Mit Aerobic endete dann der Tag und niemand konnte sich zum Schluss über Bewegungsmangel beklagen. Was die Bezeichnung High Impact bedeutet, konnten die Teilnehmer an der eigenen Herzfrequenz schnell erkennen.
Am nächsten Tag ging es dann nach den Theoriestunden mit Verbandsstruktur und Rechtsfragen über zum turnerischen Teil mit Jugendturnen und TGM/TGW/KGW wo neben den körperlichen Künsten vor allem Kreativität beim Zusammenstellen von Übungen gefragt war.
Bei der anschließenden Lehrprobe wurden dann Übungsteile in ihre einzelnen Bewegungen unterteilt und diesen die Muskelgruppen zugeordnet. Hier wurde manchem erst klar, weshalb Vorübungen und Muskelaufbau wie auch trainieren der Gelenkigkeit zum Erlernen eines Übungsteiles wichtig sind.
Dabei wurde auch schon an manchem Arm rumgetastet, um die Lage der Muskeln zu erkunden. Es zeigte sich so mancher Aha-Effekt, dass Übungen aus „Fitt wie ein Turnschuh“ ihre fachliche Berechtigung haben und sich die „Macher“ der Übungen einiges ausgedacht hatten.
Nun kam das Kernstück vieler Trainingseinheiten mit Gerätturnen mit Rolle, Handstand und Salto. Vor allem die ersten erlernten Handgriffe der richtigen Hilfestellung konnten an Boden, Balken, Reck, Sprung und Barren erweitert und gefestigt werden. Dies umso mehr, als die Referenten jedem einzelnen sehr genau auf die Finger schauten, wie er die ihm gestellte Aufgabe meisterte.
Mit Kindertänzen, -spiele und -turnen, begann das zweite Wochenende bei dem vor allem ältere Jahrgänge nur zu gerne selbst wieder zum Kind wurde. Uschi fesselte die Gruppe die nicht nur Spaß hatte, sondern auch eine Menge an Wissen mitnehmen konnte.
Weiter ging es mit „Aufbau und Gestaltung einer Sportstunde“. Hier wurden u.a. bereits punktuell erlernte Dinge zum Ganzen geformt, das „wie“, „warum“ und mit „welchem Ziel“ wurden in die Praxis umgesetzt.
Beim anschließenden Minitrampolinturnen konnten die Teilnehmer nicht nur die Ausführung der Elemente Salto und Co. verbessern, sondern erhielten vor allem die Möglichkeit die gelernten Hilfestellungen selbst auszuprobieren. Den Teilnehmern wurde dabei schnell klar, welche Reaktionsschnelle eine gute Hilfestellung erfordert.
Dann kam der letzte Tag, dem viele wegen der anstehenden Prüfung mit gemischten Gefühlen entgegensahen. Es zeigte sich aber schnell, dass die Fragen zwar zahlreich, aber für jeden, der aufgepasst hat, durchaus lösbar waren. So bestanden natürlich auch alle die Prüfung und konnten seelisch gelockert den Rest des Tages angehen.
Neben richtigem Aufwärmen und Dehnen konnten zu Beginn des letzten Tages die Teilnehmer Einblicke in vorbereitendes Krafttraining nehmen. Das darauf folgende Abenteuerturnen machte dann aber, ebenso wie die New Games, wesentlich mehr Spaß. Den Abschluss bildete der „Brückenmann“, der allen nochmals die Möglichkeit gab, so richtig die Sau rauszulassen.
Am Schluss gab es bei der Ausweisverteilung nur strahlende Gesichter, was angesichts der Leistung der letzten vier Tage auch verständlich war.

Ich danke nochmals allen Referenten und Helfern, ohne deren Engagement und Wissen eine derart hochwertige Ausbildung nicht möglich gewesen wäre.
Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen, dass es auch in diesem Jahr wieder eine „saumäßig“ gute Gruppe war. Ich wünsche euch alles Gute für eure jetzige Arbeit mit euren Gruppen und freue mich bereits auf diejenigen, die nächstes Jahr kommen und diejenigen, die ich vielleicht bereits bei anderen Veranstaltungen wieder sehen werde.

Herbert Mim
Turngau München

06.05.2017